Die Leichtigkeit des Seins - Teil 3

Gude!

Hiermit wollen wir unsere Trilogie (Ha! Was der Mann im Flanellhemd kann, können wir schon lange!) über die neue Leichtigkeit des Seins mit diesem Artikel abschließen.

Einige Beispiele wurden bis hierher genannt, wie man es sich so im alltäglichen Leben leicht machen kann.
Aber eines gibt es noch, was in Zeiten des Internets und den Social Medias groß in Mode gekommen ist.

Meckern

Klar, gemeckert wurde schon immer und überall, das ist wahrlich nichts neues.
Neu ist es, dass die ganzen Meckerer durch das Internet eine viel größere Reichweite erzielen können.
Wurde vorher bei einem Plausch unter Bekannten und Nachbarn (oder beim Friseur, der Kummerkastentante, oder sonstwo) gemeckert, hat sich dies nun auch bevorzugt in das Internet verlagert.
Wie das aussehen kann, möchte ich mit ein paar Beispielen aufzeigen (und auch, wie man es stattdessen machen könnte).

Beispiel 1
Jemand parkt vor einer Einfahrt, auf einem Behindertenparkplatz, an einer Bushaltestelle oder sonstwo.

Was man machen kann: Sich darüber auf Facebook aufregen.
Was man machen könnte: Mit einem netten Zettel hinter dem Scheibenwischer darauf hinweisen, dass man sich vielleicht zukünftig einen besseren Parkplatz suchen sollte, da sonst eine Anzeige droht.
Was man machen sollte: Das Ordnungsamt verständigen (nicht die Polizei, die ist nicht für den ruhenden Verkehr zuständig)! Ausserhalb der Arbeitszeit des Ordnungsamtes kann man auch alternativ ein Foto des Falschparkers machen und dann eine Mail (http://www.gemeinde@egelsbach.de) mit Angabe des Zeitpunkts des festgestellten Verstosses schicken. Größere Städte haben dafür sogar ein eigenens Onlineformular.

Beispiel 2
Ständig findet man Hundekacke vor der Haustür/Einfahrt/auf dem Grundstück.

Was man machen kann: Sich darüber auf Facebook aufregen.
Dem Tier die Schuld geben.
Was man machen könnte: Bunte Fähnchen in die Hundehaufen stecken und diese fotografieren.
Den Kot aufsammeln und auf die Hundehalter werfen (oder falls man weiß wer es ist, die Kackahaufen vor deren Haustür/Einfahrt/Grundstück legen)
Was man machen sollte: Auch hier muss ich wieder auf das Ordnungsamt verweisen. Vielleicht fehlen ja Kotbeutel an den (falls vorhanden) Beutelspendern? Vielleicht läuft das Ordnungsamt an den bekannten Gassigehrouten ja mal Streife?
Die Polizei ist hier übrigens auch wieder der falsche Ansprechpartner. Und nein, auch wenn die Polizei eine Hundestaffel hat, die ist dafür immer noch nicht zuständig...

Beispiel 3
Der DHL/UPS/DPD/Schießmichtot Paketdienst liefert die Pakete nicht ab, sondern schmeißt direkt eine Karte ein und bringt die Pakete zur Filiale. Oder legt sie einfach (für jeden sichtbar) vor die Haustür. Oder gibt sie beim Nachbarn ab, ohne dies auf der Karte zu vermerken.

Was man machen kann: Sich darüber auf Facebook aufregen.
Sich - sollte man zuhause sein - auf die Lauer legen, warten bis der Paketdienst vorfährt und ihn beobachten, wie er die Benachrichtigungskarte in den Briefkasten einschmeißt anstatt zu klingeln.
Was man machen könnte: Statt ihn zu beobachten wie er die Karten einschmeißt, einfach aus der Haustür rausgehen und ihn mit der Anwesenheit konfrontieren.
Was man machen sollte: Sich direkt beim Paketdienst darüber beschweren. Mit Angabe der Sendungsnummer, der Adresse und einer Schilderung des Problems. Im Fall von DHL ginge das über diesen Link:
https://www.dhl.de/de/privatkunden/hilfe-kundenservice/fragen-beschwerden.html

Ihr seht, es gibt für fast jedes Problem eine Lösung. Man muss nur tätig werden, anstatt lediglich zu meckern!

Versteht mich nicht falsch. Ich will niemanden das Recht absprechen, über Sachen die einen aufregen zu meckern. Aber man sollte halt nicht erwarten, dass die Probleme nur durch das meckern verschwinden!
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!

Zum Schluss noch ein Beispiel von meckern, bei dem ich ebenso ziemlich den Kopf geschüttelt habe. Da erzählte mir vor kurzem jemand, dass er/sie nachts um halb 3 geweckt wurde. Von dem Martinshorn der Feuerwehr. Und das es ja eine Frecheit wäre, dass die da nachts mit Sirene durch den Ort fahren. Ob die denn nicht an die Leute denken, die am nächsten Tag früh rausmüssen. Ist doch eh nichts los auf den Straßen um die Uhrzeit!
Ich muss gestehen, ich war in dem Moment zu perplex um irgendwas zu entgegen.

Hätte ich etwas erwidert, wäre es wohl so etwas wie das hier gewesen:

  • Die Feuerwehr ist verpflichtet, während einer dringlichen Einsatzfahrt das Blaulicht und Martinshorn einzuschalten. Egal um welche Uhrzeit.
  • Die Frauen/Männer der FREIWILLIGEN Feuerwehr wären bestimmt auch lieber liegen geblieben, anstatt mitten in der Nacht zu einem Einsatz zu müssen (und vielleicht Leben zu retten). Und die sind am nächsten Morgen bestimmt auch müde, wenn sie dann zu ihren "richtigen" Job aufbrechen.
  • Du kannst ja - sollte es bei dir mal nachts brennen - der Feuerwehr mitteilen, dass du es begrüßen würdest, wenn sie nicht mit Martinshorn anfahren würden. Wieviel länger sie dann brauchen, und wie weit sich das Feuer dann in der Zwischenzeit ausbreitet, wirst du dann ja sehen.

Aber Hauptsache es wird leise angefahren und gelöscht! Wegen den Nachbarn die schlafen wollen, gell?!