Integration? Irgendwann anders...

Gude!

Es gibt Menschen, welche ihre ursprüngliche Heimat verlassen. Manche gewollt, manche vielleicht nicht ganz freiwillig. Viele Faktoren können dabei eine Rolle spielen.
Sie ziehen in ein anderes Land, in eine andere Stadt.
Und einige von ihnen landen mitunter auch in Egelsbach.
Doch nicht alle Elschbächer scheinen damit glücklich.
Liegt es an den Egelsbachern? Liegt es an den neuen Gemeindemitgliedern?
Und wie geht man damit um?

Es ist uns ein Anliegen, dieses Thema aufzugreifen. Denn es beschäftigt ja doch einige in der Gemaa.
Ja, es ist ein kontroverses Thema. Unbequem. Polarisierend. Aber es ist nunmal unsere journalistische(Muahaha) Pflicht, auch solche Themen zu behandeln.

Ihr ahnt es nach dieser Einleitung bestimmt schon.
Heute geht es um das Thema Flüchtlinge Zugezogene im Brühl.

Die Elschbächer Kerbgemeinschaft e.V. hatte dieses Thema, auf ihre gewohnte augenzwinkernde Art, bei ihrem Programm am Kerbsonntag aufgenommen.
Und auch wenn so manches überspitzt dargestellt wurde, haben einige bei dem Dargebotenen einen wahren Kern entdeckt.
In dem Programm der EKG ging es darum, dass alteingesessene Elschbächer den Neubürgern im Brühl zeigen, wie es im Ort zugeht. Was es heißt in Egelsbach zu leben, Egelsbacher zu sein.
Sei es hessisch zu babbeln, die Traditionen und auch die Geschichte des Ortes kennen zu lernen, oder ähnliches. Im neu gewählten Heimatort zurecht zu kommen.
Denn so richtig scheinen manche Neubürger noch nicht angekommen zu sein.

Aber ist es wirklich so(oder so ähnlich), wie es dort dargestellt wurde?
Leben tatsächlich manche in einer Art Parallelgesellschaft?
Wohnen in Egelsbach - ja, sich dort einfügen - nein?

Ich kann mich erinnern, dass kurz nach dem Bezug des Brühls die ersten Beschwerden wegen dem schlimmen Fluglärm des hier ansässigen Flugplatzes kamen. Es wurde gar die "Fluglärm-Abwehrgemeinschaft-Egelsbach", kurz Flag-E gegründet.
Edit: Gerne hätte ich hier die Homepage der Flag-E verknüpft, aber die Seite gibt es nicht mehr. Hat man sich also an den Lärm gewöhnt? Den Widerstand aufgegeben? Nach den Fliegern störten sich manche an den zu lauten Zügen und S-Bahnen, welche man bei ungünstigem Wind im beschaulichen Brühl hörte.
Frechheit, dass Egelsbach eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hat!

Und dann gibt es ja auch noch diese laute Kerb! 5 Tage im Jahr, wo Menschen feiernd und singend(Gerüchten zufolge soll sogar Alkohol im Spiel sein!) im Ort rumlaufen. Und aus den Heckenwirtschaften Musik ertönt.
Ach, und Fastnacht feiert man hier auch noch. Gut, vielleicht nicht ganz so laut wie Kerb, aber dafür über einen längeren Zeitraum.
Und dann gibt es auch noch temporäre Verkehrsbehinderungen, durch Kerbbaum- und Fastnachtsumzug. Skandal!
Und das ist ja noch nicht alles!
Ebenso gibt es noch das Weinfest, das Klammerschnitzerbrunnenfest, die 1. Mai Feier der Kerbborsch, Konzerte (teils unter freiem Himmel, auch Sonntags!) des Musikzuges, des Jugendvereins, etc...
Und habe ich schon erwähnt, dass die 2 Kirchen im Ort auch noch ständig die Glocken bimmeln lassen? Vor allem Sonntags!

Da kann man doch auch zu Recht mal zum Wutbrühler werden!!1!elf!!
(Man hätte sich natürlich auch im Vorfeld mal über den Ort und dem drumherum informieren können...)

Können diese Ureinwohner nicht mal ein bißchen Rücksicht auf die Neubürger nehmen?
Das alles auch mal sein lassen?

Nein. Sie verstecken sich hinter solchen Aussagen wie:
Fluglärm? Den Flugplatz gibt es doch schon seit den 50ern, das höre ich gar nicht mehr.
Die Züge? Die halten hier doch schon seit 1873(unter anderem stiegen hier der Willi und der Nicki aus).
Und dann noch diese Kerb!
Die besaufen sich alle, fallen unangenehm auf, diskriminieren die weibliche Bevölkerung (Hihi), und dann nennen die das auch noch Tradition?
Ja! Tun wir!!!
Seit(minimum)1558!

Okay. Ich sehe ein, wir Egelsbacher machen es den Neubürgern echt nicht leicht sich in bei uns wohlzufühlen...
Da scheint es fast schon wie eine Trotzreaktion, was man so im Brühl beobachtet.
Sonntags wird sehr gerne mal der Rasen gemäht. Die Gartenhütte zusammen gekloppt. Auch mal die Kreissäge oder der Bohrhammer angeschmissen.
Ist doch legitim. Die im Ortskern nehmen doch auch keine Rücksicht!

Jetzt ist der Artikel natürlich sehr oberflächlich gehalten. Ich werfe manche Egelsbacher und Neubürger in einem Topf, spiele mit stereotypen. Klar, es gibt immer solche und solche.
Ich kenne selbstverständlich Neubürger, welche sich z.B. durch die Mitgliedschaft im Sportverein, das besuchen der verschiedenen Veranstaltungen im Ort und ähnlichem hervorragend integriert haben. Hier wirklich zuhause sind.
Den Ort liebgewonnen haben.
Und natürlich auch Egelsbacher, die ich gerne nach Erzhausen abschieben würde. :-D
Aber bei manchen habe ich auch das Gefühl, dass sie sich durch uns in ihrem schönen neuen Zuhause gestört fühlen.

Wie seht Ihr das? Sieht das der Autor falsch? Zu einseitig? Was sind Eure Erfahrungen?
Schreibt uns Eure Meinung!